
Leitbild
Am 6. Januar 2009 hat die Schulkonferenz des Marion Dönhoff Gymnasiums (damals noch "Gymnasium Willhöden") einstimmig ein Leitbild für unsere Schule beschlossen.
Den Text des Leitbildes finden Sie unten auf dieser Seite.
Sie können ihn aber auch hier als pdf-Datei herunterladen.
Wenn Sie sich über den Prozess und die Geschichte der Leitbildentwicklung informieren möchten , klicken Sie bitte hier :
Präambel
Das Marion Dönhoff Gymnasium ist seit über einhundert Jahren fest im Hamburger Westen verwurzelt. Unsere Schüler(*) kommen überwiegend aus den Stadtteilen Blankenese, Sülldorf, Iserbrook und Rissen zu uns.
Das weitläufige, grün angelegte Schulgelände lädt dazu ein, die Natur in den Alltag unserer Schule einzubeziehen. Dies geschieht im Unterricht, in den Pausen, aber auch bei Veranstaltungen und Festen. In unserer Schule herrscht eine freundliche und offene Atmosphäre. Schüler und Lehrer nehmen sich selbst und einander in ihrer Individualität wahr. Das Marion Dönhoff Gymnasium ist eine offene Ganztagsschule mit fächerorientiertem Allgemeinbildungsanspruch und vermittelt die Grundlagen für die allgemeine Hochschulreife und eine qualifizierte Berufsausbildung. Unser Gymnasium bietet den Schülern Möglichkeiten der individuellen Schwerpunktsetzung im Unterricht und über den Unterricht hinaus. Wir arbeiten mit außerschulischen Partnern zusammen.
Zentrales Anliegen von uns Lehrern ist es, unsere Schüler in einer Zeit weit reichender gesellschaftlicher Veränderungen individuell zu fördern, ihre Potentiale zu entfalten und sie so bestmöglich auf ihr weiteres Leben vorzubereiten. Deshalb fördern wir besonders die Eigenständigkeit unserer Schüler im Prozess des Lernens. Ebenso wichtig ist uns allen das soziale Lernen, d. h. die lebendige Vermittlung und Erfahrung von Werten wie Toleranz und Aufrichtigkeit sowie der Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Unsere Schule hat sich im Jahr 2009 nach Marion Gräfin Dönhoff benannt.
Ihre Persönlichkeit steht für Unabhängigkeit, für konsequent gelebtes soziales und politisches Engagement und für eine wachsame und kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft und politischen Strömungen. Gerade in einer Epoche unbegrenzter Freiheit wünscht sich Marion Gräfin Dönhoff Schüler, die „bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen, also
nicht nur ans eigene Geld verdienen zu denken und zu meinen, für den Rest
solle der Staat aufkommen.“ Und sie betont den Mut, den es erfordert, sich notwendigen Veränderungen zu öffnen und für sie einzustehen.
Wir, Lehrer, Schüler und Eltern begreifen die Arbeit an unserer Schule als einen gemeinsamen Prozess, der auf diesen Orientierungen basiert, und laden alle zur konstruktiven Mitarbeit ein.
* In diesem Text wird aus Gründen der Lesbarkeit einheitlich die maskuline Form verwendet,
gemeint sind jedoch immer beide Geschlechter
1. Schule ist mehr als Lernen
Unsere Schule soll Lern- und Lebensort zugleich sein: Wir gestalten unser Schulleben deshalb sehr bewusst in seinen zeitlichen Abläufen, seinem kulturellen Angebot und seinen sozialen Prozessen.
· Eine wichtige Grundlage unseres Schullebens ist die Organisation als offene Ganztagesschule. Wir haben den Unterrichtstag in einen sinnvollen Wechsel von Lernphasen und Ruhepausen unterteilt. Eine längere gemeinsame Mittagspause dient auch dem sozialen Miteinander.
Wir entwickeln unser Raumkonzept weiter, um die unterschiedlichen Bedürfnisse aller an Schule Beteiligten nach Lernen und Selbststudium, Kommunikation, Rückzug und körperlicher Aktivität zu berücksichtigen.
· Eltern und Schüler unterstützen unsere Schule durch vielfältige Aktivitäten.
◦ Engagierte Eltern arbeiten in unserer Kantine mit, organisieren Veranstaltungen und beteiligen sich mit Ideen und Initiative an den schulischen Gremien. Sie gewähren den Schülern Einblick in ihren Berufsalltag und unterstützen so die Studien- und Berufsvorbereitung unserer Schüler.
◦ Unsere Schüler bieten besondere Arbeitsgemeinschaften an, in denen Mitschüler ihre Talente ausprobieren können und bereichern auf diese Weise unser Schulleben. Sie organisieren Feste, Schülerratsreisen und sportliche Wettbewerbe.
· Aus Unterricht und Arbeitsgemeinschaften erwächst eine Vielzahl von Aufführungen, Konzerten und Ausstellungen, die in den Stadtteil hineinwirken. Unsere Schule präsentiert sich zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen in der Öffentlichkeit auch mit verschiedenen Diskussionsforen und Informationsabenden, auf denen Experten zu Wort kommen.
· Festliche Veranstaltungen, Schüler-Bandabende, Theater und Musikveranstaltungen sowie Unternehmungen der gesamten Schule fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Beteiligten. Am Ende eines jeden Schuljahres würdigt die Schulgemeinschaft das besondere Engagement von Schülern mit dem „Praise Day“.
2. Gemeinsam lernen, den Einzelnen im Blick haben
Unser Gymnasium vermittelt Fach- und Methodenwissen in vielfältigen Bereichen. Hierbei ist uns der ganzheitlich pädagogische Blickwinkel von besonderer Bedeutung, der auch versucht dem einzelnen Schüler mit seinen Fähigkeiten und Neigungen gerecht zu werden.
· Der Unterschiedlichkeit der Schülerpersönlichkeiten versuchen wir durch eine Vielfalt von Unterrichtsmethoden gerecht zu werden. Innerhalb des Unterrichts werden von Jahrgang 5 an Zeiten und Strukturen zu selbstständigem Arbeiten eingeräumt, die es Schülern ermöglichen, ihrem Lerntypus entsprechend eigenverantwortlich zu lernen.
· Wir unterstützen den einzelnen Schüler mit einem breit gefächerten Beratungsangebot: Unsere Schüler wenden sich an uns mit schulischen und berufsorientierenden Fragen. Auch bei persönlichen Problemen finden sie Rat und Unterstützung.
· Darüber hinaus bieten wir Förderkurse für Schüler der Beobachtungsstufe an, die zusätzliche Unterstützung benötigen, wie auch besondere Angebote für Schüler, die sich über die verbindlichen Lerninhalte hinaus vertiefend mit einem Thema beschäftigen wollen. Dieses Konzept wird in die Mittel- und Oberstufe durch unser Kurs- und Profilangebot weitergeführt.
· Wir fördern besondere Begabungen und Talente. Deshalb ermuntern wir unsere Schüler ausdrücklich zur Teilnahme an Wettbewerben und unterstützen sie bei der Durchführung ihrer Projekte (z.B. Jugend forscht, Plakatwettbewerbe, Jugend debattiert).
· Wir Lehrer sind auch Lernende. Wir entwickeln unsere Unterrichtsformen und -inhalte im Sinne einer Verbesserung der Unterrichtskultur ständig weiter.
3. Miteinander reden, einander zuhören
Wir gestalten in gemeinsamer Verantwortung unsere Schulgemeinschaft und entwickeln sie weiter. Dazu gehört für uns eine umfassende, offene und von wechselseitigem Respekt getragene Kommunikationskultur.
· In den schulischen Gremien arbeiten Lehrer, Schüler, Eltern und Mitarbeiter der Schule zusammen. Dabei streben sie in transparenten Entscheidungsprozessen einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse an.
· Unsere Schule entwickelt eine Feedback-Kultur, in der sich Lehrer, Schüler, Eltern und Schulleitung gegenseitig Rückmeldung über ihr Handeln geben, die auf praktische Verbesserungen zielen. Schüler geben ihren Lehrern regelmäßig Rückmeldung zum Unterricht.
· Zur vertrauensvollen Zusammenarbeit gehören für uns geregelte und verbindliche Wege konstruktiver Konfliktbewältigung, die beispielsweise im Klassenrat der Jahrgänge 5 – 7 eingeübt werden.
· Klassengebundene Elternabende bieten die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern.
4. Bildung macht kompetent
Wir Lehrer bereiten unsere Schüler ganzheitlich auf ihren schulischen und außerschulischen Lebensweg vor.
· Wir vermitteln Sachwissen und Fachkompetenz. Die Schüler eignen sich Kenntnisse und Fähigkeiten an, die in der heutigen Wissens- und Mediengesellschaft unverzichtbar sind.
· Besonders der Erwerb von Methodenkompetenz ist uns wichtig. In der Sekundarstufe 1 arbeitet unsere Schule mit einem verbindlichen Curriculum von Arbeitstechniken und Methoden, so dass die Schüler zunehmend lernen, selbstständig zu arbeiten.
· Wir eröffnen unseren Schülern Freiräume für entdeckendes und vernetzendes Lernen. In Projekten und Fächer übergreifendem Arbeiten erfahren sich unsere Schüler als verantwortliche Mitgestalter ihres Lernens.
· Unsere Schüler lernen mit allen Sinnen. Die unterschiedlichen Zugänge zum Verstehen unterstützen wir Lehrer mit ganzheitlichen Unterrichtsmethoden. Dabei stehen präsentative Arbeitsformen gleichberechtigt neben analytischen Vorgehensweisen: Sachtexte werden beispielsweise in Bilder, Gedichte in Vertonungen umgesetzt; im Fremdsprachen- und Philosophieunterricht arbeiten wir mit theatralen Formen.
· Die Ganzheitlichkeit zeigt sich auch in unseren beiden besonderen Schwerpunkten, der ästhetischen Bildung und den Naturwissenschaften. Ab Klasse 5 bieten wir Zusatzangebote in diesen Bereichen an, die über das Wahlpflichtangebot der Mittelstufe zum Profilbereich in der Oberstufe führen.
· Unsere Schüler erwerben soziale Kompetenzen durch die bewusste Gestaltung unseres Unterrichts und unseres schulischen Lebens: Sie übernehmen schulische und außerschulische Patenschaften oder leiten Klassen übergreifende Arbeitsgruppen.
5. Werte schätzen, Werte leben
Schüler brauchen Vertrauen, Urteilsfähigkeit und den distanzierten Blick auf sich selbst. Sie brauchen aber auch die Fähigkeit zur Wahrnehmung und Anerkennung der Bedürfnisse und Interessen des anderen. Unsere Schule fördert die Werteorientierung der Schüler im vertrauensvollen Dialog und durch Einübung demokratischer Spielregeln.
· Im täglichen Miteinander legen wir alle Wert auf einen rücksichtsvollen Umgang. Schüler lernen ihre Konflikte offen und auf friedlichem Wege auszutragen, für eigenes Verhalten aufrichtig Verantwortung zu übernehmen, die Persönlichkeit und das Eigentum anderer zu achten und sich für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung einzusetzen.
◦ Der institutionalisierte Klassenrat bietet den Schülern einen Ort, diese sozialen Kompetenzen direkt einzuüben.
◦ Das Sozialpraktikum in Jahrgang 9 ermöglicht den Schülern, Erfahrungen in helfenden Berufen zu machen, die mit den Inhalten des Philosophie- und Religionsunterrichtes verknüpft werden.
· Die Achtung und den nachhaltigen Umgang mit der Natur betrachten wir als übergeordnetes Lernziel, das in Unterrichtsinhalten, Projekten und AGs verankert ist.
· Zum respektvollen Umgang gehört für uns auch die Einhaltung von Schulregeln, Disziplin und Verlässlichkeit.
6. Der Blick nach draußen
Wir binden unsere Schule ein in das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben unseres Stadtteils und über diesen hinaus. Auch durch einen vielfältigen Austausch mit externen Kooperationspartnern bereiten wir unsere Schüler auf die Anforderungen jenseits der schulischen Ausbildung vor.
· Wir nutzen die Kompetenzen außerschulischer Institutionen sowohl für einzelne Unterrichtsprojekte als auch im Rahmen der Profilbildung unserer Schule. Dabei kooperieren wir mit kulturellen Einrichtungen (z.B. MUSIXX, Thalia-Theater), wissenschaftlichen Institutionen (z.B. DESY, TU Harburg) und Firmen (z.B. Olympus, Siemens)
· Ein Curriculum zur Berufs- und Studienorientierung bereitet auf die Anforderungen nach dem Besuch unserer Schule vor. Dabei werden wir von Eltern, ehemaligen Schülern, Betrieben und Bildungseinrichtungen unterstützt.
· Unsere Schule beteiligt sich durch eigene Veranstaltungen und durch Verbindungen zu Sportverein, Kirchen und Bürgerverein aktiv am kulturellen Leben im Stadtteil (Schulgottesdienste, Kooperation SVB, Blankeneser Bürgerverein).
· Auslandsaufenthalte sind ein wichtiges Bildungselement in einer globalisierten Welt. Wir organisieren den Austausch mit Schülern aus England (Oundle, Manchester), Frankreich (Marseille) und Russland (St. Petersburg). Individuelle Auslandsaufenthalte zu einem geeigneten Zeitpunkt der Schullaufbahn unterstützen wir durch Beratung und konkrete Hilfen.
Diesen Artikel drucken :: 06.02.2012