
Entwicklung des Leitbildes
Ein Leitbild für Willhöden
Seit Ende 2007 entwickelt eine Lehrergruppe mit Unterstützung einer außerschulischen Moderatorin einen Entwurf für ein Leitbild unserer Schule.
Dieser wurde vom Lehrerkollegium modifiziert und am 01.10.2008 in einer Lehrerkonferenz bestätigt. Ein Leitbild soll aber eine gemeinsame Basis für alle am Schulleben beteiligte sein. Deswegen wurde am 10.11. der Entwurf den Eltern zur Diskussion vorgestellt. Am 14.11. haben in einer Doppelstunde alle Schülerinnen und Schüler in ihren Klassen beziehungsweise Tutorengruppen zum Leitbild Stellung nehmen können. Die Leitbildgruppe wird nun die Anregungen von Eltern- und Schülerschaft sichten und in den Entwurf einarbeiten.
So hat Herr Boutez, ein Vater aus der Klasse 9b, die Elterninformation am 10.11. erlebt :
“Meine Kritiker sind meine Freunde”,
das soll Mark Twain gesagt haben, “denn nur von Ihnen lerne ich, was ich besser machen kann.”
Als sich am 10.11.08 die Leitbildgruppe der Schule (Fr. Dr. Röder, Herr Pape, Frau Backner, Frau Neumann, Herr Merz, Frau Möller) mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler traf, stand Mark Twains Gedanke unausgesprochen im gut besuchten Musikraum Pate.

Auf sieben Seiten, gegliedert in sechs Kapitel wurde uns das Ergebnis einer fast einjährigen Arbeit der Leitbildgrupppe und des Lehrerkollegiums präsentiert.
Einführung durch Frau Flemming, Lesepause – und was nun? Ist es möglich, über einen so anspruchsvollen Text mit über sechzig interessieren Eltern zu sprechen, ohne vom bekannten „Hölzchen aufs Stöckchen“ zu kommen?
Es geht, wenn die richtige Methode angeboten wird! In kleinen Gruppen gingen wir Eltern von Leitbildstation zu Leitbildstation. Von Kapitel zu Kapitel. Jeweils zehn Minuten konzentrierter Auseinandersetzung mit einem Programmpunkt des Leitbildes (z.B. „Bildung macht kompetent“, Schule ist mehr als Lernen“) standen im Fokus. Ideen, Anregungen und Kritik jeweils sofort auf einem flip-chart mitgeschrieben und dokumentiert.
In nur sechzig Minuten wurde das Leitbild für alle Beteiligten greifbar. Und – siehe Mark Twain – eine Vielzahl von kritischen Anregungen sind als Verbesserungsvorschläge dokumentiert worden.
Wenn es im Leitbildentwurf heißt, „wir fördern besonders den Erwerb von Methodenkompetenz“, dann war dieser Abend ein prima Beispiel, wie das in der Praxis geht.
Die Formulierung „Miteinander reden, einander zuhören“ war wie selbstverständlich das Leitmotiv an diesem Schulabend.
Die Schülerinnen und Schüler werden auch in diesen Tagen den Leitbildentwurf kennen lernen und besprechen. Das alles ist Ausdruck einer Schule, die sich als lebendige Schulgemeinschaft versteht.
Wer jetzt an dieser Stelle „inhaltliche Aussagen“ zum Leitbild vermissen sollte, der sollte die nächste sich bietende Gelegenheit nutzen, am Prozess mitzuwirken – es ist interessant und gewinnbringend, wenn Schulveranstaltungen so sind wie an diesem Novembermontag.
Der Leitbildentwurf war schon richtig gut, durch „die Kritiker“ wird es bestimmt noch besser! Und noch etwas: Wie viel Zeit, Mühe und Gedankenarbeit in so einem Leitbild stecken, kann man sich jetzt erst so richtig vorstellen.
Gerald Boutez, Ehemaliger Schüler, heutiger Elternteil aus der 9b
Diesen Artikel drucken :: 19.05.2012

